
Geothermie – ganzjährig verfügbar und emissionsarm
Für die Wärmetransformation müssen neben dem Stromsektor auch die Wärmeversorgung und die eingesetzten Erzeugungstechnologien betrachtet werden. Erneuerbare Wärmequellen und unvermeidbare Abwärme können dabei einen Beitrag leisten. Auch die EVH GmbH (EVH) steht vor großen Herausforderungen, um ihr Erzeugungsportfolio schrittweise zu transformieren. Die EVH arbeitet an einem Transformationspfad für eine schrittweise Umstellung der Fernwärmeerzeugung in Halle (Saale). Geothermie stellt eine vielversprechende Alternative zur Dekarbonisierung der Fernwärme dar, da sie die natürliche Wärme aus dem Inneren der Erde als erneuerbare Energie nutzt. Daher wird sie als mögliche Wärmequelle für die künftige Fernwärmeversorgung geprüft. Mit steigender Tiefe steigt auch die Temperatur des Untergrundes, sodass die tiefe Geothermie in der Lage ist, für die Fernwärme nutzbare Leistungen und Temperaturen zu liefern. Außerdem steht sie im Gegensatz zu vielen anderen erneuerbaren Energiequellen ganzjährig zur Verfügung, da sie wetter- und jahreszeitenunabhängig funktioniert. Wenn die geologischen Voraussetzungen geeignet sind, könnte die Geothermie eine verlässliche, erneuerbare Wärmequelle für die Stadt Halle (Saale) darstellen.
Machbarkeitsstudie zur Geothermie gestartet
Um das Potenzial für die tiefe und oberflächennahe Geothermie in Halle (Saale) zu prüfen, führt die EVH derzeit eine Machbarkeitsstudie durch. Dort werden vorhandene Daten aus vergangenen geophysikalischen Erkundungen, bereits realisierten Bohrungen und Temperaturmessungen ausgewertet. Das entstehende 3D-Modell vom Halleschen Untergrund wird danach von den Experten interpretiert und die technisch-wirtschaftliche Nutzbarkeit für die geothermische Energiegewinnung geprüft. Ist die Machbarkeit gegeben, wird auch bereits ein mögliches Umsetzungskonzept dargestellt, welches ein technisches Anlagenkonzept mit den notwendigen Bohrungen und eine Kostenschätzung beinhalten wird.
Eine Emissionseinsparung ist aktuell noch nicht abschätzbar.
Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen erfordert einen systematischen Ansatz – von der Erzeugung bis zur Nutzung.
Die Partnerschaft im Rahmen der Energie-Initiative ermöglicht dieses systemische Vorgehen: Wir betrachten sowohl die Bereitstellungsseite der Daseinsvorsorge, als auch die der Verwendung. Durch diese ganzheitliche Betrachtung lassen sich wirksame und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen ableiten. Schritt für Schritt reduzieren wir die Klimawirkung unserer Produkte und Dienstleistungen. Gleichzeitig bleiben die Preise für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Halle (Saale) bezahlbar.
Dabei spielen drei verschiedene Dimensionen eine Rolle.
Maßnahmen: Die Bandbreite an Möglichkeiten von Maßnahmen der Vermeidung bzw. Verminderung bis hin zur Dekarbonisierung und Kompensation.
Verbraucherperspektive: Die Perspektive der privaten oder gewerblichen Verbraucherinnen und Verbraucher sowie unserer Mobilitätskundinnen und -kunden und der industriellen Verbraucher.
Bereitstellungsperspektive: Die Perspektive der Bereitstellung von Wärme, Strom, Wasser und der Lieferketten sowie der Wasser und Abwasserversorgung und des Recyclings.
Zeitraum der Umsetzung: 2030 - 2040
Zielstellung:
Nutzung von Erdwärme zur Wärmeerzeugung und -verteilung im Fernwärmenetz
Förderung:
BAFA – Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW)
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie / NextGenerationEU

Stand: 12/2025 – Bei Fragen zur Berechnungsmethodik kontaktieren Sie uns gern.
Träger des Projekts: